Kiefernholz enthält frisch nach dem Sägen erhebliche Mengen Wasser. Frischgeschnittenes Kiefernholz hat einen Holzfeuchtegehalt von häufig 50 bis über 100 Prozent – bezogen auf das Darrgewicht. Verarbeitet man Holz in diesem Zustand, kommt es nach dem Einbau zu erheblichem Schwund, Rissbildung und Verformungen. Sachgerechte Trocknung ist deshalb der erste Schritt jeder Holzverarbeitung.

Zielfeuchte für verschiedene Anwendungen

AnwendungZielfeuchte
Innenraum, beheizt (Möbel, Böden)8–12 %
Innenraum, wenig beheizt (Keller, Garage)12–15 %
Außenbereich, überdacht (Carport, Laube)15–18 %
Außenbereich, ungeschützt (Zaun, Terrassenboden)18–25 %

Diese Richtwerte entsprechen dem Gleichgewichtsfeuchtegehalt des Holzes in der jeweiligen Umgebung. Frisch getrocknetes Holz nimmt nach dem Einbau noch Feuchtigkeit auf oder gibt sie ab, bis sich ein Gleichgewicht einstellt.

Lufttrocknung

Die Lufttrocknung ist die einfachste Methode für Heimwerker. Bretter werden auf Stapelleisten (Kanthölzer) gelegt, die einen gleichmäßigen Abstand von 5–10 Zentimetern zwischen den Brettern gewährleisten. Der Stapel steht auf einem trockenen, belüfteten Untergrund – möglichst wettergeschützt, aber an der Luft.

Als Faustregel für die Lufttrocknung gilt: ein Jahr pro Zentimeter Brettdicke. Ein 25-mm-Brett braucht also etwa ein Jahr bis zum Erreichen von Außengleichgewichtsfeuchte. Für Innenmöbel ist anschließend oft eine weitere Trocknung im beheizten Raum nötig.

Die oberste Lage des Stapels muss gegen Regen geschützt sein. Ein Dachüberstand, Wellpappe oder Folie verhindern Nässeschäden, ohne den Luftzug zu behindern. Wichtig: Die Seiten des Stapels müssen offen bleiben.

Kammertrocknung

Bei der Kammertrocknung wird das Holz in einer beheizten, kontrollierten Atmosphäre getrocknet. Sie verkürzt die Trocknungszeit erheblich, erfordert jedoch ein entsprechendes Gerät oder den Bezug von bereits kammergetrocknetem Holz beim Händler. Der Vorteil: Kammergetrocknetes Holz ist frei von Holzschädlingen und auf die gewünschte Endfeuchte eingestellt.

Im Fachhandel und bei Holzlieferanten ist kammergetrocknetes Kiefernholz (KD = kiln dried) unter dieser Bezeichnung erhältlich. Bei der Bestellung sollte die gewünschte Zielfeuchte angegeben werden.

Typische Trocknungsfehler

  • Zu schnelles Trocknen: Führt zu Oberflächenrissen (Anfangsrissen) durch ungleichmäßigen Wasserentzug. Vermeidbar durch langsame, schonende Trocknung und ausreichend Abstand zwischen den Brettern.
  • Keine Stapelleisten: Bretter, die flach aufeinanderliegen, trocknen ungleichmäßig und verformen sich. Stapelleisten gleicher Stärke verteilen das Gewicht und ermöglichen Luftzirkulation.
  • Lagerung auf feuchtem Untergrund: Die unterste Lage nimmt Feuchtigkeit vom Boden auf. Mindestabstand zum Boden: 30 cm.
  • Direkter Sonnenbeschuss: Einseitige starke Sonneneinstrahlung führt zu Spannungen und Verformungen. Halbschattige Lagerung ist besser.

Feuchtigkeitsmessung

Elektrische Holzfeuchtemessgeräte sind für Heimwerker ab ca. 20 Euro erhältlich. Sie messen den elektrischen Widerstand des Holzes und berechnen daraus den Feuchtegehalt. Die Messung sollte an mehreren Stellen des Brettes erfolgen, da der Kern oft feuchter ist als die Oberfläche.

Weiterführende Quellen