Kiefernholz gehört zu den meistverarbeiteten Holzarten im deutschen Heimwerkerbereich. Es ist günstig, weit verfügbar und für viele Anwendungen geeignet. Seine Grenzen liegen bei dauerhafter Nässe und direktem Erdkontakt – ohne Imprägnierung verrottet unbehandeltes Kiefernholz im Außenbereich innerhalb weniger Jahre.
Kiefernholz im Innenbereich
Regale und Aufbewahrung
Für Regale und einfache Aufbewahrungslösungen ist Kiefernholz ideal. Es ist in genormten Breiten und Längen als Leimholzplatte und als Massivholz erhältlich. Die Leimholzplatte ist maßlich stabiler als Massivholz und reißt weniger. Wichtig: Ausreichend dimensionieren – Kiefer ist relativ weich und gibt bei hohen Lasten durch.
Möbel
Möbel aus Kiefernholz haben Tradition in Deutschland. Das Holz nimmt Stöße und Kratzer leicht auf – manche Nutzer empfinden das als Nachteil, andere schätzen die lebendige Patina. Für Schreibtische, Couchtische und Schlafzimmermöbel eignet sich Kiefer gut; für Küchen und stark beanspruchte Bereiche sollten härtere Holzarten gewählt werden.
Dachstuhl und Balkenlage
Im Hausbau wird Kiefernholz traditionell im Dachstuhl verwendet. Hier gilt die Holzschutznorm DIN 68800, die je nach Gefährdungsklasse (GK 1–5) unterschiedliche Schutzmaßnahmen vorschreibt. Im Innenbereich ohne Feuchteeinwirkung ist unbehandeltes Kiefernholz ausreichend. Bei Kontakt mit dem Mauerwerk oder erhöhter Luftfeuchte sind entsprechende Maßnahmen notwendig.
Kiefernholz im Außenbereich
Zäune
Kiefernbretter sind für Zäune geeignet, wenn sie sachgerecht behandelt werden. Folgende Punkte verlängern die Lebensdauer:
- Unterseiten der Bretter mit Holzschutzlasur behandeln
- Abstand zum Boden von mindestens 5 cm einhalten
- Pfosten aus kesseldruck-imprägniertem Holz oder auf einem Metallträger im Boden verankern
- Oberseiten der Bretter im 45°-Winkel geneigt, damit Wasser ablaufen kann
Terrasse
Für Terrassendielen ist unbehandelte Kiefer nur bedingt geeignet. Ohne Oberflächenschutz verwittert sie nach wenigen Jahren und wird grau und splittrig. Druckimprägniertes Kiefernholz (grün oder braun eingefärbt) ist für Terrassen haltbarer, hat jedoch ein eingeschränktes Erscheinungsbild. Für eine natürlich aussehende Terrasse sind Holzöle mit UV-Schutz alle ein bis zwei Jahre notwendig.
Gefährdungsklassen nach DIN 68800
| GK | Einbausituation | Kiefernholz geeignet? |
|---|---|---|
| 1 | Innen, trocken | ja, unbehandelt |
| 2 | Innen, gelegentlich Feuchte | ja, mit Schutz |
| 3 | Außen, kein Erdkontakt | ja, mit Lasur/Lack |
| 4 | Außen, Erdkontakt oder Wasser | nur imprägniert |
| 5 | Dauerhaft im Wasser | nicht empfohlen |
Pflege im Außenbereich
Außenkonstruktionen aus Kiefer sollten jährlich inspiziert werden: Risse säubern, schlecht haftende Beschichtungsstellen schleifen und neu auftragen. Lasuren erfordern im Allgemeinen alle zwei bis drei Jahre eine Erneuerung. Vor der Erneuerung die alte Schicht mit 120er Körnung anschleifen.