Kiefernholz ist für Heimwerker eines der zugänglichsten Holzmaterialien. Es lässt sich gut sägen, hobeln und schleifen, stellt aber besondere Anforderungen an die Oberflächenbehandlung: sein hoher Harzgehalt und die ausgeprägte Maserung machen bestimmte Grundierungen notwendig.
Mechanische Bearbeitung
Sägen
Kiefernholz lässt sich mit Handkreissäge und Tischkreissäge gut bearbeiten. Für saubere Schnitte empfiehlt sich ein Sägeblatt mit engem Zahnteilungsabstand (Zähnezahl für 190-mm-Blatt: 40 oder mehr). Bei harzigen Abschnitten sammelt sich Harz am Sägeblatt; ein Reinigungsmittel für Sägeblätter verlängert die Standzeit.
Hobeln und Fräsen
Kiefernholz hobelt sich leicht, weiche Bereiche zwischen den Jahresringen können jedoch ausreißen. Scharfe Hobelmesser und eine Vorschubgeschwindigkeit, die nicht zu hoch ist, reduzieren das Ausreißen. Harte, astnahe Bereiche erfordern mehr Druck.
Schleifen
Kiefernholz wird in mehreren Stufen geschliffen: Grobschliff mit 80er Körnung, Feinschliff mit 120 bis 180er Körnung vor dem Auftrag der Grundschicht, dann nach der ersten Beschichtung mit 240er Körnung abschleifen und die Endschicht auftragen.
Kiefernholz sollte vor dem Beizen immer erst mit Wasser angefeuchtet und getrocknet werden (Wässern). Das hebt stehende Holzfasern an, die sich durch Schleifen entfernen lassen. So entsteht eine gleichmäßigere Oberfläche.
Harzbehandlung
Vor jeder Oberflächenbehandlung sind Harzstellen zu prüfen. Frische Harzstellen sollten mit Aceton gereinigt werden. Stark harzzende Bereiche können mit einer Schellack-Isolierlasur (Sperrschicht) versiegelt werden. Ohne diese Vorbehandlung blutet Harz durch viele Farben und Lacke und hinterlässt gelbliche Flecken.
Oberflächenbehandlung im Vergleich
| Methode | Aussehen | Pflege | Eignung Außen |
|---|---|---|---|
| Hartwachsöl | natürlich, seidenmatt | Nachpflege mit Öl | eingeschränkt |
| Holzöl (z.B. Leinöl) | sehr natürlich | regelmäßig nachölen | ja (mit UV-Schutz) |
| Klarlack (seidenmatt) | glänzend-plastisch | gering | bedingt |
| Holzlasur | Farbton, halbtransparent | alle 2–3 Jahre | ja |
| Deckfarbe (Außenlack) | deckend | alle 5–7 Jahre | ja |
Für Innenmöbel aus Kiefer bewähren sich Hartwachsöle und matte Klarlacke. Für Außenanwendungen eignen sich speziell für Nadelholz ausgewiesene Holzlasuren oder Außenlacke auf Acrylbasis.
Beizen von Kiefernholz
Kiefernholz neigt beim Beizen zu ungleichmäßiger Farbaufnahme – die weichen Sommerholzbereiche saugen mehr Beize auf als das harte Winterholz. Gleichmäßige Ergebnisse lassen sich erzielen, indem vor dem Beizen ein Holzgrundierwasser (Beizgrund) aufgetragen wird, das die Saugfähigkeit vergleichmäßigt.